Kapitalanalyse
06.01.2020

Was bedeutet die Nahostkrise für die Aktienmärkte?

Aktuelle Marktanalyse:

Der politische Konflikt zwischen den USA und dem Iran droht militärisch zu eskalieren. Die Aktienmärkte reagieren mit Kursverlusten.

Als sicher empfundene Anlagen wie Gold und erstklassige Staatsanleihen profitieren, was angesichts einer realen Kriegsgefahr im Nahen Osten nicht anders zu erwarten ist.

Welche Überlegungen sollten nun Sie als Aktieninvestor angesichts dieser Lage anstellen?

Es gilt, das große Bild nicht aus den Augen zu verlieren.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Länder Iran und Irak ist im Vergleich mit dem Jahr 2003, als US-Präsident Bush den letzten Nahost-Krieg initiierte, erheblich geringer. Zwar spielt die Straße von Hormus als Nadelöhr für die großen Öltanker noch eine wichtige Rolle, aber die Abhängigkeit vom Nahost-Öl ist global mittlerweile deutlich geringer und die Bedeutung des Rohöles für die Weltwirtschaft insgesamt ebenfalls.

Angesichts der durchaus nachvollziehbaren schlechten Marktstimmung werden gern wichtige, für die Aktienmärkte positive Aspekte ausgeblendet:

  1. Die Notenbanken werden aufgrund der Lage in Nahost in ihrer ohnehin schon lockeren Geldpolitik bestärkt.
  2. Fiskalische Konjunkturmaßnahmen rücken noch mehr ins Blickfeld.
  3. Die mit der Krise einhergehende schlechtere Stimmung der Anleger ist in markttechnischer Hinsicht günstig.

Erfahrungsgemäß stützt eine expansive Geld-und Fiskalpolitik (beides trifft für die USA zu) die Aktienmärkte. Mit nachhaltig starken Kursrückgängen auf breiter Front ist demnach nicht zu rechnen.

Wir können also festhalten, dass das zunächst bedrohlich erscheinende Szenario tatsächlich auch Chancen für den Aktienanleger bereithält.

Karl-Heinrich Mengel, Vorstand