Der Corona-Virus und die Aktienkurse

Aktuell reagieren die internationalen Aktienmärkte nervös auf das Auftauchen eines bisher unbekannten Krankheitsvirus in China.

Bekanntlich mögen Investoren keine schwer kalkulierbaren Einflussfaktoren. Dies gilt in besonderem Maß für Aktienanleger, und der Corona-Virus ist hierfür ein Musterbeispiel.

Es bleibt abzuwarten, ob die chinesische Konjunktur nennenswert in Mitleidenschaft gezogen wird, nicht zuletzt wegen der notwendigen Isolationsmaßnahmen durch die Regierung.

Die derzeit zu beobachtenden Kursrückgänge beruhen aber nicht nur auf dem Corona-Virus-Phänomen. Der wichtige US Aktienindex S&P 500 lag vergangene Woche gut 10% über dem Durchschnitt der letzten 200 Tage. Damit ist er in diesen Tagen besonders anfällig für Irritationen jeder Art, zu denen auch die aktuellen Geschehnisse in China gehören.

Mittelfristig ungünstig für den Aktienmarkt wären auch deutlich negative Auswirkungen auf die Weltkonjunktur, ein Szenario, das uns übertrieben erscheint. In jedem Falle aber sinkt derzeit die Wahrscheinlichkeit negativer geldpolitischer Überraschungen durch die Notenbanken, und am Anleihemarkt sind die Zinsen US-amerikanischer Staatsanleihen (10 Jahre Laufzeit) aktuell unter 1,7% p.a. gefallen.

Insgesamt ist dies keineswegs ein Szenario, welches nachhaltige Kursrückgänge an den Aktienmärkten nahelegt.

Karl-Heinrich Mengel, Vorstand