Investment-Vorstand Karl-Heinrich Mengel zur Abwahl von D. Trump und der Reaktion der Aktienmärkte

Frankfurt a.M., 09.11.2020

Trumps Abwahl birgt einige Vorteile für die Aktienmärkte.

Der neu gewählte Präsident Joseph R. Biden will die Steuern für Unternehmen und für sehr gut verdienende Privatleute erhöhen und die Sozialausgaben steigern. Dies ist erfahrungsgemäß nicht gerade das, was Aktieninvestoren besonders schätzen. Dennoch steigen aktuell die Aktienkurse – und das, obwohl Donald Trump seine Abwahl bisher bestreitet.

Zur Auflösung dieses scheinbaren Widerspruchs lohnt sich einen genauerer Blick auf die Faktenlage:

Während die tatsächliche Umsetzung der Steuererhöhungspläne aufgrund einer nicht zu erwartenden Zustimmung des Senats in Frage steht, dürfte ein fundamentaler Kurswechsel der neuen Administration in der internationalen Handelspolitik sicher sein. Dies bedeutet internationale Zusammenarbeit anstatt unberechenbarer Alleingänge der USA hinsichtlich der Rahmenbedingungen im Welthandel. Hiervon profitieren insbesondere Exportnationen wie Deutschland, dessen größter Exportmarkt die USA sind.

Ebenso verbessern sich die Außenhandelsbedingungen für Japan oder Südkorea. US-Unternehmen, die im Ausland produzierte Teile in die USA importieren, dürften gleichfalls erleichtert sein. Im positiven Sinne betroffen sind viele US-Branchen, seien es Technologie-Unternehmen oder eine klassisch zyklische Industrie, wie die Automobilhersteller.

Die Risiken für den Fortbestand monopolartiger Strukturen im Bereich der Tech-Konzerne könnten unter Biden allerdings steigen. Zwar galt auch Trump nicht als Freund der Macht der Tech-Konzerne, jedoch haben die Demokraten keine persönlichen, sondern echte politische Motive für Bestrebungen, die Macht von Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Google zu beschneiden. Daher gehen wir diesbezüglich von einer gewissen Beharrlichkeit aus, insbesondere wenn sich der linke Flügel der Demokratischen Partei durchsetzen sollte. Die Frage einer möglichen Zerschlagung entsprechender Unternehmen könnte also auf die Tagesordnung gelangen.

Was sich hingegen unter Biden nicht ändern wird, ist die enorme Staatsverschuldung.

Ebenso wie Donald Trump wird sich der President-elect nicht durch große Ausgabendisziplin auszeichnen. Allerdings unterscheiden sich die Ausgabenschwerpunkte. Während Trump für Steuersenkungen und militärische Aufrüstung Schulden aufnahm, wird Biden ein Konjunkturprogramm zur Abmilderung der Folgen der Corona-Epidemie auflegen, welches im Wesentlichen der Konsumkonjunktur zugutekommen wird. Bekanntlich bildet der private Konsum das Rückgrat der US-Konjunktur, sicherlich einer der Gründe für die positive Resonanz der Wall Street auf den Wechsel im Weißen Haus.

Das hohe Staatsdefizit macht die Biden-Administration genauso abhängig von einer expansiven Geldpolitik der US-Notenbank, wie dies bereits unter Trump der Fall war. Somit besteht auch diesbezüglich ein günstiges Umfeld für die Aktienmärkte. Dass eine demokratische Präsidentschaft durchaus vereinbar ist mit einem prosperierenden Aktienmarkt, hat sich in der jüngeren Historie unter den Administrationen von Clinton, von 1992 bis 2000, und Obama, von 2008 bis 2016, gezeigt. Der maßgebliche Aktienindex S&P 500 stieg während der achtjährigen Präsidentschaft Bill Clintons um etwa 200%, während er unter Obama trotz der Finanzkrise um 50% zulegen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Karl-Heinrich Mengel
CIO Capitell AG

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