Neues von den Märkten: 
Dax-Rally und die Lage an den internationalen Aktienmärkten

8. April 2021
Ein Kapitalmarktbericht von Karl-Heinrich Mengel

Wie ist die Konjunkturentwicklung in den USA und China zu beurteilen?

Die entscheidenden Wirtschaftsregionen, USA und China, befinden sich eindeutig im konjunkturellen Aufwind. Die Gründe sind allerdings nicht deckungsgleich. Der größte Unterschied besteht in der fiskalischen und geldpolitischen Unterstützung.

Beides ist in den USA deutlich ausgeprägter als in China. Traditionell setzen die USA stärker auf monetäres „Ankurbeln“, um dann mit Hilfe einer boomenden Wirtschaft über höhere Steuereinnahmen die aufgelaufene Verschuldung zurückzuführen. Dies geschah z.B. in den neunziger Jahren unter Clinton, der die Schulden, die unter den Republikanern Reagan und Bush senior aufgelaufen waren, spürbar zurückführen konnte.

In China setzt man auf die Notwendigkeit, den Lebensstandard der breiten Bevölkerung zu steigern. Dies versucht man auf konventionellem Weg mittels der natürlich vorhandenen Investitions- und Konsumbedürfnisse einer noch nicht saturierten Bevölkerung. Dabei vermeidet man bewusst eine starke Ausweitung der Geldmenge. Eine spekulative Blase ist nicht gewünscht.

Im Februar dieses Jahres ging die chinesische Administration gegen sogenannte Graubanken vor, über die sich Kleinunternehmer und auch private Börsenspekulanten finanzieren. Daraufhin brach der Aktienindex CSI 300 ein, der Unternehmen des chinesischen Festlands repräsentiert. Auf solche Kollateralschäden nimmt die kommunistische Führung wenig Rücksicht.

Ganz im Gegensatz hierzu wäre ein solches Vorgehen in den USA höchst unwahrscheinlich, wo beispielsweise ein Großteil der Altersversorgung breiter Bevölkerungsschichten von der Wall Street abhängt.


Die Liquidität der Märkte ist weiterhin wachsend.

Selten waren die monetären Voraussetzungen im internationalen Maßstab so günstig wie derzeit. Global sind fiskalische und geldpolitische Maßnahmen simultan auf Expansion ausgerichtet. Dies bedeutet, dass die Aktienmärkte gut unterstützt sind. Jedoch ist phasenweise mit erhöhter Volatilität und lebhafter Sektorrotation zu rechnen.

Zuletzt profitierten Zykliker und Value-Aktien, während die Favoriten des Jahres 2020, Technologie-Aktien und Gold, seit Jahresbeginn Kursrückgänge erlitten. Hintergrund hierfür ist der aufgrund des wachsenden Konjunkturoptimismus entstandene Druck auf die maßgeblichen US-Staatsanleihen, der zu höheren Renditen und zu einer steileren Renditekurve führt. Insbesondere spekulativ überkaufte Titel bei Wachstumsaktien leiden unter diesen Bedingungen.

Käufer, wie Hedgefonds oder wagemutige Privatanleger, erlagen der Versuchung, ihre Investments mit billigem Geld fremd zu finanzieren, während sich zuletzt die Finanzierungsbedingungen für viele Anleger unerwartet verschlechterten.


Die weiteren Aussichten – ist ein DAX über 15.000 Punkten gerechtfertigt?

Die Tatsache eines DAX-Stands von über 15.000 ist aufgrund des neuen historischen Rekords und mit Blick auf die „runde“ Zahl für viele Anleger beeindruckend. Dennoch ist dieser Börsenstand wohl gerechtfertigt.

Hinsichtlich der Aussichten für weiteres konjunkturelles Wachstum, insbesondere in den USA und in China, ist mit einer Fortsetzung der aktuellen Tendenz für den DAX zu rechnen. Denn viele DAX-Unternehmen profitieren von Exporten in die genannten Wirtschaftsregionen. Es bleibt der Nachteil der Euro-Region mit ihrer völlig unzureichenden Strategie bei der Bekämpfung des Corona-Virus, ein fundamentaler Nachteil für deutsche und europäische Aktien. Dessen ungeachtet profitieren sie von der an den Kapitalmärkten großzügig zur Verfügung stehenden Liquidität.

Die besten Aussichten bestehen kurzfristig für die US-Aktienmärkte, da man sowohl mit einer effektiveren Corona-Bekämpfung als auch bezüglich fiskalischer und monetärer Stimuli Europa einen Schritt voraus ist. Hinsichtlich der Geldpolitik bieten die USA überdies erheblich bessere Bedingungen für die Aktienmärkte, als dies in China der Fall ist. Trotz des dort herrschenden konjunkturellen Aufwinds sollte man chinesischen Festlandsaktien aufgrund der Unberechenbarkeit der monetären Rahmenbedingungen mit Vorsicht begegnen.


Wie attraktiv sind die Anlageklassen Aktien und Staatsanleihen vor dem Hintergrund eines sich anbahnenden globalen Konjunkturaufschwungs?

Mit einer Rendite von ca. 1,65% p.a. sind US-Staatsanleihen (Laufzeit 10 Jahre) wesentlich ertragreicher hinsichtlich ihrer laufenden Verzinsung als noch zu Beginn des Jahres, als sie mit nur 0,70% p.a. rentierten. Allerdings sind es fallende Anleihekurse, die höhere Renditen erzeugen. Sollten die Renditen für Staatsanleihen also weiter steigen, womit bei den aktuellen Konjunkturaussichten gerechnet werden kann, dürften Anleihebesitzer weitere Kursrückgänge hinnehmen. Ob diese durch den Zinscoupon kompensiert werden, ist keinesfalls sicher.

Um Verluste zu vermeiden, müsste der Anleger die Staatsanleihe bis zur Endfälligkeit halten. In diesem Fall ist trotz laufender Zinsen – je nach Laufzeit – eine negative Realrendite einzukalkulieren. Denn zu berücksichtigen sind zusätzlich die längerfristige Geldentwertung und laufende Verwahrkosten.

Im Gegensatz hierzu ergibt sich insbesondere für konjunktursensitive Aktien bei konjunkturellem Aufwind folgendes Szenario: Steigende Unternehmensgewinne begünstigen nicht nur Kursgewinne, sondern erhöhen auch die Chance auf steigende Dividendenzahlungen, während sich der Zinscoupon einer Staatsanleihe nicht erhöht.

Vielen Dank

Karl-Heinrich Mengel

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