Besetzung der neu geschaffenen Stelle Leiter Stab
Gerrit Weber im Interview
Herr Weber, Sie sind ab Juli für die Capitell als Leiter Stab tätig. Dahinter steht die Organisation und Administration operativer Abläufe sowie das Qualitätsmanagement. Welche Rolle werden Sie im Zuge dessen konkret einnehmen?
G. Weber: „Aus meiner beruflichen Vergangenheit bringe ich umfangreiche Erfahrungen im Wertpapiergeschäft und in der Führung von Experten- und Projektteams mit. Mein Wissen möchte ich natürlich in der neuen Funktion für die Kunden und Mitarbeiter der Capitell einbringen. Die Stelle selbst wurde bei der Capitell AG neu geschaffen, um den Vorstand in zentralen Fragestellungen auf dem weiteren Wachstumspfad zu unterstützen. So werde ich in dieser Rolle zentrale Bereiche und die Zusammenarbeit mit externen Partnern sowie das Back-Office inklusive des Rechnungswesens, Compliance, Revision, das Meldewesen und das Risikomanagement mit gestalten und operativ führen. Auch die Steuerung der Zusammenarbeit mit unserem Wirtschaftsprüfer und dem Steuerberater fällt in meinen zukünftigen Aufgabenbereich. Besonders wichtig wird die projekthafte Steuerung relevanter Neuerungen in diesen Themenbereichen, so dass die Capitell kommende Anforderungen sehr gut meistert.“
Sie kommen von der Großbank Commerzbank zum Mittelständler Capitell. Was waren Ihre persönlichen Beweggründe für Ihren Wechsel zur Capitell AG?
G. Weber: „Nach 28 Jahren in der Commerzbank war das kein einfacher Schritt für mich. Ich durfte in dieser Zeit viele Themen und große Projekte verantworten. Jetzt war es aber für mich an der Zeit, nochmal nach einer neuen Herausforderung zu suchen. Über den fachlich und persönlich sehr von mir geschätzten ehemaligen Kollegen, Chris-Oliver Schickentanz, erhielt ich die Anfrage zu dieser reizvollen Aufgabe, die mich sofort begeisterte. Die Capitell AG hat inzwischen eine Größe, die unternehmerisches Handeln und Solidität mit 25 Jahren Firmengeschichte verkörpert. Die Firma wächst seit Jahren kontinuierlich. Alle Gespräche, die ich mit dem Vorstand, Aufsichtsrat und den leitenden Mitarbeitern führen konnte, zeigten mir, dass die Unternehmenskultur mit dem Fokus auf Kunden-, Mitarbeiter- und Aktionärsinteressen gelebt wird. So ergibt sich für mich eine inhaltliche aber auch kulturelle Weiterentwicklung, die ich mir nicht besser hätte erträumen können.“
Welche fachlichen und operativen Schwerpunkte hatten Sie bislang in Ihrer beruflichen Karriere und wie werden Sie diese bei Capitell einfließen lassen?
G. Weber: „Meine Erfolgsformal war immer, Themen ganzheitlich zu erfassen, bis ins Detail zu durch-denken und dabei den Nutzen unter Wahrung der Kundeninteressen in den Vordergrund zu stellen. So war es im Asset Management der Commerzbank, wo ich die Grundlagen für das Geschäft lernte und neue Investmentprodukte, -prozesse, -controllings gestaltete. Aber auch später als ich im Wealth Management das Advisory-Geschäft aufbaute, die Produktauswahl für die Vermögensverwaltung oder das Produktmanagement für alle nicht Wertpapier-Themen wie Kredit, Einlagen und Zahlungsverkehr übernahm. Was ich aber vor allem mitbringe ist mein Wissen im Wertpapier-Produktmanagement mit allen zugehörigen Themenfeldern vom Vertrieb, über die Regulatorik und das Controlling. Die Umsetzung größerer Projekte wie beispielsweise MiFID II oder die Realisierung einer neuartigen Anlagelösung waren Schwer-punkte meiner Arbeit in den letzten Jahren. Da ich mit einem tollen Team eine neue Anlagelösung von A-Z gestaltete, wo die Einfachheit im regulatorischen Umfeld im Vordergrund stand und wir uns auch um die IT-technische Umsetzung kümmerten, bringe ich einiges an Erfahrung mit, was uns bei künftigen Aufgaben in der Capitell helfen kann.“
Was haben Sie sich für die nächsten Monate vorgenommen?
G. Weber: „Mein erster Eindruck ist, ich komme in ein sehr gut geführtes Unternehmen. Mir ist wichtig die Mitarbeitenden, externe Partner und Ablaufprozesse kennenzulernen und die Kultur zu verinnerlichen. Vor allem möchte ich die Zusammenarbeit mit Markus Korfmacher intensiv gestalten, um die Historie, Ausrichtung und Ziele der Gesellschaft tiefgehend zu verstehen. Als Mathematiker bin ich ein analytischer Mensch, der sich gern Dinge erst im Detail ansieht. Deswegen gibt es noch keine konkreten inhaltlichen Ziele von mir. Vielmehr ist es mir wichtig, dass das Unternehmen stabil fortgeführt wird und die anstehenden Themen wie neue rechtliche Anforderungen sehr gut und effizient umgesetzt werden.“
Was ist Ihr persönlicher Ausblick für die Branche der unabhängigen Vermögensverwalter, vor allem im Vergleich zum Privatkundengeschäft der üblichen Geschäfts- und Privatbanken?
G. Weber: „Unabhängige Vermögensverwalter gibt es seit Jahrzehnten am Markt und aktuell wachsen alternative Anbieter von Bankdienstleistungen. Das hat einen Grund. Aus meiner Sicht sind große Geschäfts- und Privatbanken oft zu sehr auf Effizienzen ausgerichtet und können auf die Individualität und spezielle Anforderungen von Kunden nur bedingt eingehen. In vielen Bereichen erfinden sie sich ständig neu, was Stabilität und kontinuierliches Lernen nicht fördert. Ich bin davon überzeugt, dass unabhängige Vermögensverwalter unternehmerischer im Einklang von Kunden, Mitarbeitern und Inhabern agieren, sie Risiken genauer abwägen und Neues wohlweislicher durchdenken. Sie bieten mehr Flexibilität und Individualität für ihre Kunden. Jedoch müssen sie über eine gewisse Größe verfügen, um die technischen und regulatorischen Herausforderungen so zu meistern, dass ihr Service rund um die Dienstleistung nicht zurückfällt. Wenn ihnen das wie in den vergangenen Jahren gelingt, wird ihr Marktanteil weiter wachsen.“



